Allgemein   Managementberatung   

Otto Scharmer: Vier Arten des Zuhörens

Von Heinz-Dieter Penno 8. Januar 2021

Otto Scharmer, Forscher am legendären Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, hat in der Einführung zu seinem Buch "Theorie U – Von der Zukunft her führen" vier Arten des Zuhörens beschrieben. 

Natürlich hängt es auch vom Gegenüber ab, ob Kommunikation gelingt – ein „schöpferischer“ Dialog ist ein gemeinsamer „Tanz“. Dem Gegenüber Empathie entgegenzubringen, erhöht die Chance, dass sich die andere Person öffnet und wirklich zuhört, sodass ein echter Dialog stattfinden kann. Es erhöht definitiv die Erfolgsaussichten für gegenseitiges Verständnis und dass sich dadurch vielleicht wirklich etwas verändert – und zwar sowohl in der anderen Person als auch in bei einem selbst.

Hier ein paar Sätze aus der Einführung über die Grundarten des Zuhörens nach Otto Scharmer:

Die erste Grundart des Zuhörens ist das downloaden: Das Zuhören dient der Bestätigung bereits vorhandener Urteile. Wir sehen nur das, was unserem gewohnheitsmäßigen Urteilen entspricht.

Die zweite Grundart des Zuhörens ist das gegenständlich-unterscheidende Zuhören: Bei dieser Art des Zuhörens achten Sie auf das, was anders ist, was abweicht. Sie fokussieren sich auf diejenigen Aspekte der Realität, die von Ihren eigenen Vorstellungen abweichen. Sie stellen Fragen und beobachten sorgfältig die Antworten, die von dem Bekannten abweichen.

Eine dritte und tiefere Art des Zuhörens ist das empathische Zuhören:  Im Fall des empathischen Zuhörens verschiebt sich unsere Wahrnehmung zum Anderen, zu dem Ort, von dem aus der Andere spricht. Wenn wir in diesen Modus des Zuhörens kommen wollen, müssen wir unsere empathische Fähigkeit – unsere Liebe – aktivieren, um so eine direkte Verbindung, von Herz zu Herz, zur anderen Person aufzubauen. Gelingt dies, so beginnen die Welt mit den Augen des anderen zu sehen.

Und dann gibt es die vierte Ebene des schöpferisches Zuhören oder Zuhören aus dem in Entstehen begriffenen Feld der Zukunft: Wenn wir auf dieser Ebene präsent sind, eröffnen wir einen inneren Raum der Stille und des Werdens, durch den hindurch eine andere Qualität von Gegenwärtigkeit anwesend werden kann, etwas Neues und Zukünftiges.