Mentale Gesundheit fördern

Die Neurowissenschaften geben uns Einsichten, wie wir die Neuroplastizität des Gehirns nutzen können, um fokussierter, glücklicher und gesünder zu sein. Sich ständig ablenken zu lassen, negative Selbstgespräche und eine empfundene Sinnlosigkeit beeinträchtigen unser psychisches Wohlbefinden und unsere systemische Gesundheit. Mit den folgenden vier Säulen fördern wir mentale Gesundheit, Resilienz, Wohlbefinden und Glück:

  • Die erste Säule ist Bewusstsein. Bewusstsein beinhaltet die Fähigkeit unsere Aufmerksamkeit zu fokussieren, einer Ablenkung zu widerstehen. Meta-Bewusstsein bedeutet zu wissen, was unser Verstand tut. Zum Beispiel wir lesen in einem Buch und wissen überhaupt nicht "was wir lesen". In dem Augenblick, in dem das Meta-Bewusstsein präsent ist, wissen wir es. Meta-Bewusstsein ist für eine echte Transformation unabdingbar.
  • Die zweite Säule ist Verbundenheit, die durch harmonische zwischenmenschliche Beziehungen entsteht wie erlebte Freundlichkeit, Wertschätzung und Mitgefühl. 
  • Die dritte Säule eine bewusste Einsicht in die "Erzählungen" unserer Gedanken. Es gibt Menschen, die negative Überzeugungen bezüglich sich selbst, ihrer Vergangenheit und ihrer Umgebung haben. Sie glauben diesen "Erzählungen" und sind damit unglücklich. Ein gesunder Geist bedeutet, unsere Beziehungen zu diesen "Erzählungen" zu ändern, nicht so sehr die "Erzählung" selbst verändern, sonden unsere Einsicht dahingehend verändern, die "Erzählung" zu erkennen und als solche einordnen zu können. "Erzählungen" sind subjektive Gefühls- beziehungsweise Gedankenkonstellationen. Wenn wir uns davon innerlich distanzieren können, entsteht Raum für mehr Wohlbefinden. 
  • Die vierte Säule ist dem Leben Sinn zu verschaffen. Das Gefühl zu haben das Leben geht in eine bestimmte Richtung. Sich persönlich zu entwickeln ist ein sehr wichtiger Bestandteil von mentaler Gesundheit. 

Wie wird mentale Gesundheit gefördert? Untersuchungen der Neurowissenschaften zeigen es gibt zwei unterschiedliche Arten des Lernens. Explizites beziehungsweise deklaratives Lernen erfolgt durch eine bewusste Aufnahme von Informationen, die im Gegenzug später auch bewusst und aktiv wieder abgerufen werden können. Zum Beispiel kann ich über den Wert von Empathie lesen, aber dies wird mich nicht zwangsläufig zu einer empathischen Person machen. Um empathische Fähigkeiten zu kultivieren, brauchen wir eine zweite Form des Lernens, die als prozedurales Lernen bezeichnet wird. Die Neurowissenschaften lehren uns, dass diese Art des Lernens über völlig unterschiedliche "Gehirnschaltungen" erfolgt. Wir brauchen beides für eine Transformation zu mehr mentaler Gesundheit. Die "Verkabelung" in unserem Gehirn ist nicht fest, sie ist anpassungsfähig. In jedem Alter können wir die Kraft der Neuroplastizität nutzen, um unser Leben zum Besseren zu verändern. Einfach anfangen, mit wenigen Minuten am Tag lässt sich ein neues Verhalten einüben. Sein Bewusstsein aktiv nutzen für mehr Fokussierung, sich weniger ablenken lassen. Aus negativen Bewertungen über sich selber beziehungsweise der Umwelt "aussteigen" und dafür einen inneren Standpunkt der liebenden Aufmerksamkeit einnehmen. Sich selber beobachten hinsichtlich Gedankenmustern, alten Geschichten und Sorgen über die Zukunft. Innerlich Stopp sagen! 

Übung:
Sich im Herzen mit einem geliebten Menschen verbinden. Ihm von Herzen wünschen "mögest Du glücklich sein, frei von Leiden." 

Sie können dies auch für andere Personen, einschließlich  einer "schwierigen" Person, tun.